Wilhelm und Lina Reitz geb. Schmidt

Mein Großvater Wilhelm Reitz wurde am 26. Mai 1909 in Ebersgöns geboren. Über seine Eltern und Geschwister kann man in der Einleitung zum Thema Hüttenberger Tracht nachlesen.

Nach dem Besuch der Ebersgönser Volksschule und der "landwirtschaftlichen Schule" in Butzbach übernahm er den elterlichen Bauernhof (Bild 1).

Da nach dem Ausbruch des 2. Weltkrieges sein jüngerer Bruder (Karl Reitz, siehe "Hüttenberger Tracht") als erster Ebergönser Soldat und damit auch ein Sohn der Familie Reitz gefallen war, blieb ihm selbst der Gang an die "Front" erspart.

Er wurde im Transportwesen eingesetzt, hat in dieser Zeit einen Großteil Europas bereist (Bild 2) und konnte nach einer geglückten Flucht aus der Gefangenschaft - wovon er auf Geburtstagsfeiern immer sehr ausführlich und detailliert zu berichten wusste - gesund nach Ebersgöns zurückkehren.

Nach dem Krieg engagierte er sich in der Ortspolitik (Gemeinderat) und im Vereinsleben (1. Vorsitzender des Turn- und Sportvereines). Dafür erhielt er später u.a. den Ehrenbrief des Landes Hessen. Besonders stolz war er Zeit seines Lebens auf die Ebersgönser Turnhalle, deren Bau und Einweihung (Bild 3) mit in seine Zeit als Vereinsvorsitzender fiel.

Meine Großmutter Lina Reitz (Bild 4, geb. am 2. September 1914, Geburtsname Schmidt) war in ihrem öffentlichen Auftreten wesentlich zurückhaltender, obwohl auch sie Humor hatte (Bild 5). Nach dem Schulabschluss führte sie zunächst den Haushalt der Familie des damaligen Ebersgönser Pfarrers Biermann. Nach der Hochzeit und der Geburt meines Vaters Wilfried im Sommer 1938 arbeitete sie in der Landwirtschaft und führte den Haushalt.

Bild - Wilhelm und Lina Reitz bei der Taufe unserer Tochter Nadja im Dezember 1987

Meine Großmutter Lina Reitz starb in der "Karwoche" des Jahres 1999 im Alter von 84 Jahren; mein Großvater Wilhelm Reitz verstarb knapp 3 Monate nach seinem 90. Geburtstag im August 1999.

Beide haben ihre letzte Ruhestätte auf dem Ebersgönser Friedhof gefunden.