Die heute noch in Ebersgöns und mehreren anliegenden Dörfern getragene Frauentracht bezeichnet man als die Hüttenberger Tracht. Vielen mag der Name durch die Tracht bekannt sein, aber nicht allzu bekannt ist die Herkunft dieser Bezeichnung. 

Der Hüttenberg ist geographisch gesehen eine Landschaft zwischen Lahn und nordwestlichem Taunus. Er liegt innerhalb eines Dreiecks, dessen Eckpunkte die Städte Gießen, Wetzlar und Butzbach sind.

Der Name selbst kommt wahrscheinlich von der zwischen Niederkleen und Langgöns sich hinziehenden Anhöhe, die die genannte Bezeichnung führt.

In früherer Zeit soll diese Anhöhe (heute Wehrholz) ein natürlicher Befestigungswall der Katten gewesen sein; hier mögen wohl die Hut- und Wachthütten gestanden haben, so daß sein Name ein berechtigter ist. Auch eine Thingstätte war auf dem heute bewaldeten Höhenrücken. Das Amt Hüttenberg gehörte dem Grafen von Gleiberg und umfaßte folgende 14 Dörfer (1; 1. Band 84): Allendorf, Annerod, Hausen, Langgöns, Leihgestern, Kirchgöns, Pohlgöns, Dornholzhausen, Dutenhofen, Groß-Rechtenbach, Hochelheim, Hörnsheim, Lützellinden und Niederkleen.

1703 wurde der Hüttenberg zwischen Nassau und Hessen geteilt, und so läuft heute die hessische Landesgrenze durch das ursprüngliche Amt Hüttenberg. Ebersgöns gehörte ursprünglich auch zu dem Herrschaftsgebiet, wurde aber im 13. Jahrhundert mit anderen Orten mit der Grafschaft Kleeberg, die geteilt worden war, abgetrennt.

Auf die Trachtengrenze hat die politische jedoch keinen wesentlichen Einfluß gehabt, so daß die Tracht des Hüttenberges auch die der angrenzenden Gebiete wurde und weit über ihr heutiges Ausbreitungsgebiet reichte.

Die Ortschaften, in denen sie heute noch von den meisten Frauen getragen wird, sind: Ebersgöns, Ober- und Niederkleen, Dornholzhausen, Hochelheim, Hörnsheim und Lützellinden. 

Weniger findet man sie noch in Pohlgöns, Kirchgöns, Langgöns, Großen Linden und Leihgestern. Fast verschwunden ist die Tracht in den Dörfern wie: Vollnkirchen, Volpertshausen, Weidenhausen, Groß- und Klein-Rechtenbach, Münchholzhausen, Dutenhofen und Allendorf. - Die Männertracht ist nach dem Krieg von 1870/71 so gut wie verschwunden.

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